Der große Paketbriefkasten Ratgeber

Paketbriefkästen, auch manchmal einfach als Paketkästen bekannt sind die wohl größte Entwicklung im Bereich der Briefkästen seit Jahrzehnten. Diese Briefkastenform, die es dem Postboten erlaubt Pakete sicher abzugeben, auch wenn niemand daheim ist, ist eine natürliche Reaktion auf die Trends der letzten Jahre.

Durch das Internet ist die Anzahl von Paketen die verschickt werden geradezu explodiert. Der Versandhandel stellt jedes Jahr dank des Internet-Shoppingbooms neue Rekorde bei Umsatz und Anzahl von verschickten Gütern auf. Gleichzeitig sind aber tagsüber immer weniger Menschen zuhause – insbesondere unter den Gruppen die besonders viel Online bestellen, also junge Leute im Berufsleben. Erschwerend kommt hier die rechtliche Situation in Deutschland hinzu. Vereinfacht gesagt ist es so, dass die Transportdienste, also DHL, Hermes, UPS etc. für das Paket haften bis es an eine Person zugestellt wurde. Im Normalfall ist das der Empfänger an den das Paket geschickt wurde, aber auch andere Personen, von denen der Paketlieferant annehmen kann, dass sie das Paket weitergeben (also Mitbewohner, Nachbarn etc.) können das Paket entgegennehmen.
Die meisten Paketdienste bieten die Möglichkeit an eine Einwilligung einzureichen (entweder Online, oder durch ein ausgedrucktes Formular das man an die Haustür hängt) die es dem Zusteller erlaubt das Paket vor der Haustür liegen zu lassen. Das funktioniert in ländlichen Gegenden oder bei Häusern deren Eingangstür eher etwas versteckt ist sehr gut, aber gerade in Großstädten, oder wenn die Haustür nahe an der Straße und klar einsehbar ist, ist es vielen Leuten unangenehm ein Paket unbeaufsichtigt rumliegen zu haben. Und genau das ist die Situation in der der Paketbriefkasten seinen Auftritt hat.

Wie funktionieren Paketbriefkästen?

Es gibt zwei große Typen von Paketbriefkästen:

“Einmal auf, dann Schlüssel” Paketbriefkästen

Der erste Typ funktioniert indem er nur einmal aufmachbar ist. Das bedeutet, der Postbote kann den Paketkasten einmal aufmachen und das Paket reinlegen. Wenn der Paketkasten dann vom Postboten geschlossen wird, verriegelt er sich und kann ohne Schlüssel nicht wieder geöffnet werden. Es gibt interessante Variationen von dieser Bauweise: Die erste sind „faltbare Paketkästen“. Wenn der Postbote an dem Deckel zieht wird der Kasten, der zuvor zusammengefaltet an der Wand lag, ausgezogen und zu einer richtigen Box. Die zweite Variation ist überhaupt kein „Postkasten“ sondern eher ein „Postsack“. Der Sack ist dabei aus einem Reißfesten Material gemacht, und wir wenn man die „Schnüre“ an der Öffnung zuzieht, werden diese festgeklemmt (ähnlich wie bei einem Kabelbinder). Zum öffnen braucht man dann einen Schlüssel.

“Bewegliche Innenklappe” Paketbriefkästen

Beim zweiten Typ werden die Pakete von oben in durch eine Klappe in den Paketkasten eingelegt. Dort liegen sie dann auf einer Art „beweglichen Klappe“. Wenn der Kasten dann geschlossen wird, öffnet sich die innere Klappe und das Paket rutscht um eine Ebene nach unten. Wenn dann der Kasten oben wieder geöffnet wird, hebt sich die „bewegliche Klappe“ innen und es können weitere Pakete eingelegt werden. Die Paketentnahme erfolgt durch eine mit einem Schloss abgesperrte Tür an der Vorder- oder Rückseite des Paketkastens. Diese Bauweise hat gleiche mehrere Vorteile. Der erste liegt auf der Hand: Es können mehrere Pakete nacheinander eingeworfen werden. Das bedeutet morgens kann der Postbote ein Päckchen einwerfen und Mittags dann der Hermes-Lieferant ebenfalls. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Funktion aus Sicht des Postboten klar erkennbar ist. Er muss nur das Paket in den Kasten reinlegen und nichts weiter beachten.

Welche Bauweise ist bei Paketkästen besser?

Das kommt auf die Situation an. Die Briefkästen die nach dem „einmal auf, dann Schlüssel“ Prinzip funktionieren habe den Vorteil, dass sie deutlich kleiner sein können als die „bewegliche Innenklappe“ Paketkästen. Das bedeutet, sie können auch an Wänden festgemacht werden oder an Stellen installiert werden wo Platz Mangelware ist. Dafür haben sie aber auch zwei gravierende Nachteile: Zum einen eben, dass sie nur einmal geöffnet werden können. Wenn man zwei Pakete von zwei unterschiedlichen Zustellern am gleichen Tag bekommt, dann schaut der zweite in die Röhre, bzw. in diesem Fall eben nicht, da er das Schloss nicht auf bekommt. Das andere große Problem ist, das viele Zusteller einfach nicht wissen, wie man solche Kästen verwendet. Sie sind noch nicht sehr weit verbreitet in Deutschland und viele Zusteller sind ihnen einfach noch nie begegnet. Da kommt es oft vor, dass das Schloss aus versehen verriegelt wird, bevor das Paket drinnen ist, oder der Zeitungsbote oder Werbungsausträger das Paketfach besetzen .
Die „bewegliche Innenklappe“ Paketkästen haben diese Probleme nicht. Hier können mehrere Paketboten hintereinander ihre Lieferung einwerfen, und ihre Funktion ist für den Lieferanten viel einfacher, auch wenn er so einem Modell noch nie begegnet ist. Dafür müssen sie aber mindestens doppelt so groß sein, wie die „einmal auf, dann Schlüssel“ Postkästen, da es einen oberen Innenraum und einen getrennten unteren Innenraum geben muss. Die meisten Modelle erlauben es aber auch die Innenklappe zu entfernen damit noch größere Pakete reinpassen. Man muss sich aber bewusst sein, dass man damit Sicherheit aufgibt. In unseren Augen ist aber, falls man genug Platz hat, die „bewegliche Innenklappe“ Variante vorzuziehen.

Fazit Paketbriefkästen

Paketbriefkästen sind die Zukunft. Wir sind ehrlich gesagt stark verwundert, dass sie bisher noch so selten installiert werden. Der Versandhandel und das Online-Shopping werden nur noch stärker werden und entsprechend wird der Nutzen von Paketbriefkästen nur noch weiter steigen. Quasi alle Paketdienste bieten inzwischen die Möglichkeit eine „Abstellgenehmigung“ zu erteilen (meist Online oder durch einen ausgedruckten Zettel), da ja niemand da ist um für das Paket zu unterschreiben. Damit kann so ein einfacher Kasten einem viel rumgefahre und rumgefluche sparen. Die Kosten für Paketbriefkästen sind vergleichsweise hoch, aber über ihre Lebensdauer ist es das mehr als Wert. Wenn man den Zeitaufwand und auch die Kosten dafür Pakete von der Postfiliale abzuholen mit den Kosten für den Paketkasten vergleicht, dann zahlt der Paketbriefkasten spätesten nach ein paar Jahren für sich selbst.
Man kann in die allermeisten Modelle von Paketkästen auch normale Post durch einen Schlitz einwerfen – die einzige Ausnahme die uns bekannt ist, sind die faltbaren oder Sackmodelle. Man sollte aber in Betracht ziehen eine Zeitungsrolle dazu zu installieren, da es manchmal vorkommen kann, das Zeitungsboten oder Werbungsausträger die „einmal auf, dann Schlüssel“ Modelle so blockieren.
In unseren Augen sollte man auf jeden Fall ein „bewegliche Innenklappe“ Modell nehmen, falls man denn ausreichend Raum hat um es zu installieren. Falls der Raum nicht reicht, sind die „einmal auf, dann Schlüssel“ Postkästen aber immer noch eine gute Wahl.

Oft gestellte Fragen zu Paketbriefkästen:

Wo kann man Paketbriefkästen kaufen?

Vor allem Online. Das Problem ist, dass Paketbriefkästen ziemlich groß sind und nur selten neue Briefkästen gekauft werden. Damit ist für es Baumärkte sehr ungünstig ein großes Sortiment vorrätig zu haben. Sie müssten viel Platz für relativ wenig Umsatz aufwenden. Rein finanziell machen da andere Produkte mehr Sinn für die Baumärkte. Online-Shops haben dieses Problem natürlich nicht, und können entsprechend ein viel besseres Angebot bieten,

Die DHL bietet eigene Paketkästen an – sind diese eine gute Wahl?

Die Paketkästen von der DHL sind ein Sonderfall. Zuerst mal werden sie mit einem speziellen Chip geöffnet, den aber natürlich nur DHL-Boten überhaupt haben können. Das schränkt die Verwendungsmöglichkeiten schon mal stark ein, weil Hermes, DPD, FedEx und all die anderen so einen Chip nunmal einfach nicht haben. Man kann dafür aber, zumindest theoretisch den Paketkasten auch verwenden um Pakete zu verschicken, weil vorfrankierte Pakete von dort auch abgeholt werden können. Aber eigentlich ist das alles egal, denn die schult DHL scheinbar die eigenen Leute nicht im Umgang mit ihren Paketbriefkästen. Das bedeutet, dass die DHL-Boten größtenteils den DHL-Paketkasten auch nicht hernehmen können. Grundsätzlich sind diese elektronischen Paketkästen also eine sehr interessante Idee, aber aktuell scheitern sie noch in hohem Maße an der Umsetzung.

Müssen Paketbriefkästen einbetoniert werden?

Nein. Die meisten stehenden Modelle werden, so wie bei Standbriefkästen, mit Bodendübeln geliefert, mit denen Sie im Boden verankert werden können, ohne Einbetoniert zu werden. Die Wandbriefkastenversionen des Paketbriefkastens werden ganz normal an der Wand verschraubt. Sie brauchen aber meist tiefere Schrauben, da mehr Gewicht in sie rein kann als bei normalen Briefkästen.

Wissen alle Postboten/Lieferdienste wie Paketbriefkästen verwendet werden?

Leider noch nicht. Gerade bei den „einmal Aufmachbar, dann Schlüssel nötig“ Modellen kann es da Probleme geben. Das wird sich zunehmend ändern, weil Paketbriefkästen immer beliebter werden, aber momentan kann es da noch zu Missverständnissen kommen.

Kann man auch normale Post in Paketbriefkästen einwerfen?

Ja, bei fast allen. Die „einmal Auf“ Modelle haben normalerweise einen zusätzlichen Briefschlitz bzw. einen kompletten Briefbereich der von dem Paketbereich getrennt ist. Und die „bewegliche Innenklappe“ Paketkästen kann man ja immer wieder verwenden.

Gibt es auch richtige Designer-Paketbriefkästen?

So ziemlich alle Paketbriefkästen haben ein sehr modernes Design, aber wir kennen keine wirklich auffallend Designten Modelle.

Sind Paketbriefkästen das extra Geld wert?

Ja, definitiv. Insbesondere wenn man viel Online bestellt. Über die Jahre spart man sich damit einfach sehr viel Wartezeit, Stress und Trips zur lokalen Postfiliale.