Der Durchwurfbriefkasten und Briefschlitz/Türeinwurf Ratgeber

Ein Briefkasten aus Ton bzw. Porzellan als Wanddurchwurf.Manch einer wird auf den ersten Blick mit dem Begriff „Durchwurfbriefkasten“ gar nichts anfangen können. Dabei handelt es sich einfach um Wandbriefkästen, bei denen die Briefentnahme nicht wie normalerweise auf der Vorderseite ist, sondern auf der Hinterseite. Man sieht solche Briefkästen vor allem bei bestimmten Firmen, die viel mit Privatkunden zu tun haben. Klassische Beispiele sind Banken mit ihrem Durchwurf für Überweisungsformulare, und Apotheken. Je nach Sichtweise könnten auch Zaunbriefkästen unter den Bereich der Durchwurfbriefkästen fallen, aber wir haben uns trotzdem in einem eigenen Artikel mit Zaunbriefkästen beschäftigt.

An Privathaushalten sieht man richtige Durchwurfbriefkästen nur extrem selten. Öfter findet man hingegen die klassischen Briefschlitze, manchmal auch „Türeinwurf“ genannt. Diese waren vor allem in den 50er Jahren wirklich sehr beliebt und sind daher besonders oft in älteren Häusern zu finden. Inzwischen ist der Trend davon jedoch wieder stark abgekommen.

Bei reinen Briefschlitzen gibt es nämlich gleich mehrere Probleme:

Eine sehr alte Tür mit Türschlitz bzw. Türdurchwurf für BriefeDas erste ist die Isolation. Ein Briefschlitz ist letztendlich ein Loch in der Tür. Die Klappe davor hilft natürlich ein bisschen, aber es gibt immer noch reichlich Möglichkeiten für Kälte einzudringen. Manche Besitzer stopfen im Winter den Briefschlitz mit einem Stück Stoff oder Filz. Dann braucht man aber natürlich einen zusätzlichen Briefkasten, oder zumindest einen Postboten der kein Problem damit hat die Post mit Gewalt durch den Briefschlitz zu stopfen.

Das andere Problem ist die Sicherheit. Clevere Einbrecher können mit Hilfe von Drahtkonstruktionen durch den Briefschlitz an die innere Türklinke kommen. Wenn die Tür nicht abgesperrt ist, sondern nur geschlossen kriegt man so schockierend schnell eine Haustür auf.
Bei Durchwurfbriefkästen gibt es beide Probleme quasi nicht. Dadurch, dass die Klappe innen nicht direkt in das Haus sondern in einen Briefkasten führt, ist die Isolation deutlich besser, und der Kasten sorgt dafür, dass man nicht von außen an die Türklinke kommt.
Wenn man also eine alte Tür mit Briefschlitz etwas erneuern will, dann ist das Nachrüsten von einem Durchwurfbriefkasten eine gute Option.

Es gibt noch 2 Arten von Durchwurfbriefkästen: Mauerbriefkästen, die gebaut sind, damit die Briefe nicht durch eine Tür eingeworfen werden, sondern durch eine Mauer selbst. Und Modelle die letztendlich für den Zaun konstruiert sind, also so dass der Schlitz des Briefkastens nach außen zeigt, während die Post von innen aus dem Kasten geholt werden kann.
Mauerbriefkästen sieht man fast ausschließlich bei Firmen. Zaunbriefkästen sind die wohl beliebteste Variante von Durchwurfbriefkästen.

Ein alter framzösischer Briefeinwurf. War Teil einer Bahn.

Oft gestellte Fragen zu Durchwurfbriefkästen und Türeinwürfen:

Ist die Kälte bei Türeinwürfen wirklich so schlimm?

In einem richtig kalten Winter: Ja. Die Luft in der nähe der Tür ist wirklich spürbar kälter und bei starkem Wind wird viel kalte Luft in das Haus gepresst.

Kann man nachträglich einen Türeinwurf einbauen oder entfernen?

Theoretisch denkbar ist vieles, aber eine neue Tür zu kaufen ist hier wohl meist die günstigere Option.

Gibt es denn soetwas wie Designer-Durchwurfkästen?

Nein, nach unserem Wissen haben sich Designerbriefkästen noch nicht bis zu Türschlitzen und Durchwurfkästen vorgekämpft.

Kann man nachträglich einen Durchwurfbriefkasten einbauen?

Man könnte schon, aber das muss man mit einem Profi vor Ort klären. Es ist aber in jedem Fall sehr aufwändig. Nachträgliche Änderungen an großen Dingen wie Türen und Mauern sind immer teuer.